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"morning", 2013 , 116 x 116 cm, acrylic and ink on plywood

 

"Morgen", 2013 , 116 x 116 cm, Acryl und Tinte auf Spanholz

Photos: Baumann Fotostudio gmbh

Am Anfang ist der Morgen. Unser Tagesablauf beginnt mit dem Erwachen, dem letzten Rest eines erinnerten Traums und den ersten Fetzen von Bewusstsein, Gedanken und Realität. Aus diesem Stoff entspann ich eine Geschichte, banal in ihrer eigentlichen Handlung: der Protagonist (androgyn, humanoid) beginnt seinen Tag mit einem schlechten Traum. Der Betrachter begleitet ihn über den Morgen. Dabei wechselt die Sicht auf die Ereignisse von Panel (also Einzelbild) zu Panel zwischen innerer Welt und äußerer Sicht. Die Dramatik des Handlungsstrangsentwickelt sich aus dem Wechselspiel der Inneren Position (Hoffnung, Wünsche, Erwartungen) des Protagonisten und den äußeren Einflüssen auf diese Welt. Dabei wird zu weilen unklar, auf welcher Ebene das Abgebildete gerade passiert, wodurch die Ebenen von Fiktion und Realität des Protagonisten für den Betrachter verschwimmen und sich in einer Metaebene die Frage nach der Wahrhaftigkeit und Definition von Realität stellt. Ich verstehe unsere Realität als ein maßgeblich intellektuell und emotional geprägtes Phänomen. Wirklichkeit passiert jeweils imKopf der betroffenen Individuen und wir von äußeren Faktoren beeinflusst. Doch die Wahrnehmung und Einordnung, sowie großteils auch der Verlauf der real wahrnehmbaren Aktion wird von der inneren Verfassung, den Erfahrungen und Erwartungen weit mehr geformt, als von den äußeren Einflüssen selbst. Das ist die Subbotschaft der Arbeit. Vordergründig geht es mir um die Qualität eines Tages und um das Menschsein in unserer Gesellschaft.

Die ausgestellte erste Tafel – der Morgen – ist der Anfang einer Geschichte, die mit den folgenden Monaten und Jahren wachsen wird. Es entsteht eine modulare Folge von Kapiteln:jede Platte ein Kapitel. Jedes Panel hat den Anspruch der Qualität eines Einzelbildes. Dennoch stelle ich sie in einer Gruppe zusammen, um eine Geschichte zu erzählen. Jeder Moment im Leben verfügt über alle Qualitäten, die nötig sind um solitär als künstlerische Aussage zu bestehen. Dennoch besteht das Leben aus unzählbar vielen Momenten. Meiner Ansicht nach muss jedes Element einer gut erzählten Geschichte die Anforderungen an eben so einen solitären Moment erfüllen, damit die Erzählung rund werden kann.

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